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die Arbeit ist fertig und steht unter „Arbeiten“ zum Donload bereit.

Auszug – Fazit:

Die Doğan Gruppe bildet nicht einzig nur ein riesiges Konglomerat, die Holding ist der führende Player unter den Großkonzernen der Türkei, die auch die türkischen Medien dominieren und sie ist die am breitesten aufgestellte. Das gilt in der Gesamtheit ihrer Tätigkeiten in den verschiedenen Wirtschaftssektoren Energie, Industrie, Handel, Tourismus, Versicherungen, als auch im Einzelnen und mit der Doğan Yayın Holding DYH als verlängerter Arm besonders für die Medienbranche.

Hier erreichte die Doğan Yayın Holding mit einem Umsatzwachstum von fast 20 Prozent im Jahr 2006 einen Umsatz von $ 1,5 Milliarden. Die Werbeeinnahmen betrugen im selben Jahr nahezu $ 700 Millionen, womit sie nach eigenen Angaben zu 41,6 Prozent auf dem Werbemarkt vertreten ist.[1] Die DYH führt das Rennen auf den Medienmärkten an.

Die breite Angebotspalette, wie das Portfolio in dieser Arbeit zeigte, umfasst eine Reihe von Produkten, Marken und Leistungen, die sich über die gesamten Mediensegmente wie den Rundfunk, den Printsektor und das Internet verteilen. Der Riese macht sich dadurch eine Reihe von Kommunikationsplattformen zu Eigen, anhand derer er einerseits seinen Clients in der Werbebranche die eigene Prominenz zur Verfügung stellen kann, andererseits die öffentliche Meinungsbildung durchaus erheblich beeinflussen kann.

Ebenfalls innerhalb der einzelnen Sparten ist Doğan mit einer Vielzahl von Namen stark vertreten. Das Kerngeschäft bilden die Printmedien, die 67 Prozent zum Konzernumsatz beisteuern. Dies ist nicht zuletzt auf die acht Zeitungen Doğans zurückzuführen, die sich über die Jahre bewährt haben und besonders auf die Titel mit den großen Namen, die nach wie vor den Rezipientenmarkt dominieren. Zwar gab es auf dem Werbemarkt Verschiebungen zu Gunsten der Fernsehsender, wodurch der türkische Zeitungsmarkt „nur“ noch 35,8 Prozent (zuvor 50 Prozent) auf diesem Markt einnimmt, doch kassiert den größten Anteil der Einnahmen aus dem Werbegeschäft für Zeitungen mit 61 Prozent Doğan. Am stärksten tragen dazu die Posta und die Hürriyet bei. Zwar steht Hürriyet, gemessen an den Auflagenzahlen, in der Türkei mit einem Marktanteil von 10,7 Prozent hinter Posta, doch besitzt sie das stärkere Branding im gesamten, europaweiten Vertriebsraum. Die wertvolle Marke aus dem Hause Doğan ist die auflagenreichste Tageszeitung des gleichnamigen Verlags.

Die größten Wachstumsraten beim Umsatz verzeichnete in den letzten Jahren das Rundfunkgeschäft. Im TV ist Doğan nun mit einem Marktanteil von 40 Prozent vertreten. In den letzten Jahren wurde besonders in dieses Geschäft investiert und die Senderfamilie erheblich ausgeweitet. Zusätzlich war das Fernsehgeschäft angetrieben von der Ausweitung des eigenen Programmangebots in das Ausland – wie der Start des Euro-Ablegers von Star – und von Kooperationen bzw. Joint Ventures mit ausländischen Partnern, wie z.B. der Aufnahme von Drittanbietersender in das eigene Satellitenausstrahlungssystem und bilateralen Partnerschaften für Content. Um hierfür einen konkreten Fall zu nennen: Doğan Media vereinbarte mit dem ZDF, wie die FAZ am 6. Juni 2007 schrieb, eine Zusammenarbeit im Nachrichtenbereich. Danach erhalte Doğan für die eigenen Nachrichten über das ZDF einen „besseren Zugang zu Fernsehmaterial aus Deutschland und dem westlichen Europa“. Im Gegenzug bekomme das ZDF-Studio in Istanbul „Zugriff auf Nachrichtenmaterial aus der Türkei, vornehmlich über die Doğan-Sender CNN Turk und Kanal D“.

Der Medienmogul versteht, durch die Diversifikation seiner unternehmerischen Tätigkeiten, sich Unabhängigkeiten zu Drittanbietern zu schaffen. Das Leistungsgeflecht unter den Konzerneigenen Gesellschaften für Sach- und Serviceleistungen ist komplex und erstreckt sich von der Konzeption über die Produktion und der Vermarktung, bis hin zur Distribution von Content und Produkten. Wie diese Arbeit herausstellte, arbeiten zum Beispiel die Nachrichtenagentur Doğan News Agency, die Zeitungsverlage Hürriyet und Doğan Gazetecilik A.Ş., die Printcenter DPC und die Vertriebslogistikgesellschaft Yaysat eng zusammen – ein Beispiel dafür, wie die fast komplette Wertschöpfungskette von den Gesellschaften unter demselben Dach abgedeckt wird.

Die dominante Stellung auf den jeweiligen Märkten, sei es bei den Printmedien, im Rundfunkwesen oder im Einzelhandel und seine recht aggressive Wachstumsstrategie der letzten Jahren, räumt der DYH viel Marktmacht gegenüber der Konkurrenz und denkbar auch gegenüber den Rezipienten ein. Fest steht, dass Doğan vom wirtschaftlichen Aufschwung in der Türkei profitiert, Chancen der Akquisition zu ergreifen, Investitionen strategisch und gewinnbringend zu tätigen weiß. Doch birgt ein solch großer Akteur auf einem Markt – ganz besonders wie dem Medienmarkt, welcher von Natur aus oligopolistisch geprägt zu sein mag – durchaus seine Gefahren für die Branche und eine „gesunde“, stabile Gesamtwirtschaft in der Türkei. Konzentration setzt den Marktmechanismus außer Kraft und zu viel Macht in einer Hand führt zu ungeheurem Einfluss bei den Rezipienten und der Politik. Das Beispiel der türkischen Medienlandschaft ist kein Präzedenzfall für dieses Phänomen in den Medien und weltweit gibt es noch mächtigere Player wie Doğan. Interessant ist der Osten aber immer zunehmender. Nach Bollywood & Co. klopft nun der direkte Nachbar an Europas Tor. Auf den Osten und geradezu auf türkische Konzerne sollte die Aufmerksamkeit westlicher Investoren und Unternehmen gerichtet sein. Es war „die seit Jahren boomende Wirtschaft in der Türkei“, meint die Fachzeitschrift media & marketing, die diese „starken Unternehmenspersönlichkeiten hervorgebracht“ hat. Die Medienbranche wächst stetig und der Markt birgt ein wichtiges Potenzial, das der Axel-Springer Verlag schon erkannt hat und sich zu 25 Prozent – dem maximalen Anteil, den ein ausländischer Investor noch gegenwärtig einnehmen darf – an der Senderfamilie Doğans beteiligte. Hier werden nun die Karten vergeben. Hier werden heute die Weichen für morgen gestellt. Eine Entwicklung, die es weiter zu verfolgen gilt.


[1] Doğan Gazetecilik A.Ş. 2007b, S. 4.



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