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‘Nein, eine weitere Ausgabe kaufe ich mir nicht.’
… so lautete mein Entschluss nachdem ich die Februar-Ausgabe der ‘Tomorrow’ bei Seite legte. Ich las mir einige Artikel durch und musste – ein weiteres mal – feststellen, dass die Qualität nach gelassen hat: Themen überschneiden sich zum Teil mit früheren Ausgaben, Rechtschreibfehler, Layoutfehler, Grafikfehler. Außerdem hat mir zunehmend die Tiefe in den Artikeln zu den relevanten Themen gefehlt sowie die Zahl mich nicht interessierender Artikel hatte zugenommen.
Die Tomorrow hatte mir bisweilen – neben diversen online Quellen – geholfen up to date zu bleibe. Interessant fand ich immer auch die Hinweise auf neueste Angebote und Projekte im Bereich Web X.0, social commerce und zu neuen Start Ups. Lediglich geringfügig unterhaltsam waren die Boulevardträchtigen Meldungen in der „newswelt“ auf den ersten ca. 20 seiten. Wie gesagt… im Groben hat mir die Tiefe in den einzelnen Artikeln gefehlt und… einfach der Biss. Aber die Tomorrow ist ja auch keine CT.
Dennoch wollte ich mir nach den letzten 5 Ausgabe – die ich regelmäßig besorgte – keine weitere mehr. UND als ich dann im Bahnhof zum Zeitschriftenhändler ging, um mir wie immer die W&V zu holen stieß ich durch wirklich reinen ZUFALL, also keine besondere Promo-Aktion am POS, kein Hinweiß am Schaufenster, kein nix! auf die ‘neue’ Tomorrow. HABE ICH WAS ÜBERSEHEN – wieso jetzt diese Push-Aktion und warum habe ich sonst vorher keinen Hinweiß bekommen??? ‘Neu’ jedenfalls für mich – schon im ersten Augenblick- weil das Cover eine ziemliche BILLIGE Anmutung hatte –> nicht zu übersehen der ‘Testpreis’ 1 €.
„OK, die holst du dir doch noch. Mit nem Euro kannst du nichts falsch machen.“
Nicht nur der Umstand, dass ich mir zuvor vornahm keine Ausgabe mehr zu beziehen und dann doch eine mitnahm hatte mich überrascht, sondern das totally neue Design. Ich war nach den ersten drei Seiten so sehr überrascht, dass ich für einen Augenblick das Ding zuschlug und noch einmal kontrollierte, ob das wirklich die Tomorrow war mt der ich aus dem Laden spazierte. Tatsächlich. Ich kann nicht erklären warum, aber das Magazin hatte eine Anmutung einer früheren Ausgabe einer FHM (ich hatte länger keine mehr gelesen).
Prompt hatte ich noch in der Bahn einige Artikel ‘testgelesen’ (das Scheitern von Letsbuyit.com und der Neuversuch von dessen Gründer Holstein etc.). Zuhause waren dann die Interviews mit Jimmy Wales und Karlheinz Brandenburg dran. Werde mir gleich mal die Artikel zu „Handy TV“ und „Internetsucht“ (klingt auf den ersten Blick recht interessant) durchlesen. Was mir fehlt: Irgendein Statement oder sonst ein Schreiben vom Chefredakteur. Zumindest habe ich nichts gefunden bisher – ach ja außer (auf der ersten Seite!) eine als Dialog billig verpackte MEldung „Tomorrow ist ja jetzt nach Berlin gezogen“ …AHA! WÜnsche einen hoffentlich für die Redaktion und für die LEser glücklichen Neustart.
Die Artikel, die ich bisher nicht gelesen habe scheinen (noch) interessant, sodass ich mich gleich mal an dieses ansetzen werde. An der Qualität der Inhalte , der Publikation habe ich momentan nichts auszusetzen; entspricht dem Charakter eines Lifestyle Magazins. Bisher muss ich aber das Design (Typo besonders) ablehnen – es springt mir ins Gesicht. Bilder und Grafiken sind … hmmm eigentlich …ja … schön. Look & Feel (die neue Haptik bereitet einem ein anderes Erlebnis wie zuvor) ich muss mich wdh. – passt zu einer Männerzeitschrift (was ich persönlich in Ordnung finde, aber Leserschaft insgesamt?). Die einigen wenigen Werbeanzeigen haben alles in allem Klasse. Bis auf die auf der letzten SEite – stört aber nciht.
Alles in Allem bin ich doch noch über diese kleine ‘Revolution’ überrascht und versuche den wahren Hintergrund für sowie den neuen Charakter der Neuaflage zu verstehen. Ich bin mir sicher, dass es weniger mit dem Umzug der Redaktion nach Berlin – „Deutschlands digitale Hauptstadt“ zu tun hat als mit Auflagenschwund und einem evtl. Rückgang der Leserzahl. Ich persönlich bin gespannt über den weiteren Erfolg. Könnte (!) ja sein, dass Teile der Zielgruppe nicht mitziehen, kein Interesse mehr haben, abgeschreckt werden, die Reichweite und Kontaktqualität neu definiert werden müssen … und wie sieht die Werbewirtschaft das vor dem Hintergrund ihrer strategischen Mediaplanungen – Vor allem aber mit Blick auf ihre zukünftige Anzeigenakquise muss Tomorrow denke ich eingies an Kommunikationsarbeit leisten.
Vielleicht aber geht der Plan auf, vielleicht wird das neue Konzept seine erhofften positiven Wirkungen zeigen… und vielleicht wird dann aus der Zeitschrift die „best of digital life“ verspricht auch das beste raus zu holen sein (in Zukunft hoffentlich mehr als bisher). ICH BIN GESPANNT! und überlege mal ob ich denn nun wirklich dabei bleibe, mir keine weitere Ausgabe mehr zu holen.

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